Amazon Seller und Amazon Vendor im Vergleich

Wer bei Amazon Produkte verkauft, ist grundsätzlich ein Amazon Seller. In der Seller Central kannst du als Seller deine Warenbestände, Verkäufe, Rücksendungen und die Kundenkommunikation verwalten.

Doch es gibt auch eine Vendor Central: Hier kannst du als so genannter Amazon Vendor dasselbe tun. „Vendor“ und „Seller“ sind zwei englische Begriffe, die im Deutschen „Verkäufer“ meinen. Doch es gibt Unterschiede zwischen Amazon Seller und Amazon Vendor. Auf diese Unterschiede gehen wir in diesem Artikel ein.

Amazon Seller:

  • Melde dich an und du bist Amazon Seller
  • Du bist Eigentümer deiner Waren
  • Du hast die maximale Kontrolle, trägst aber auch Risiken

Amazon Vendor

  • Du wirst von Amazon eingeladen, Amazon Vendor zu sein
  • Amazon ist Eigentümer deiner Waren
  • Amazon hat ein Interesse daran, deine Produkte zu verkaufen und handelt auch entsprechend
  • Du hast keine Kontrolle über Kundenkommunikation, Preisgestaltung und Auslieferung

Wie wir Amazon Seller und Amazon Vendor vergleichen

Als Verkäufer bei Amazon hast du in der Seller- oder Vendor Central verschiedene Optionen. Und auch dein Status bei Amazon unterscheidet sich. Beim Vergleich von Amazon Seller und Vendor gehen wir auf folgende drei Kriterien ein:

  1. Zugang: So wirst du Amazon Seller oder Amazon Vendor
  2. Amazon FBA und FBM im Bezug auf Seller und Vendor
  3. Der Verkaufserfolg

Der Zugang

Amazon Seller wirst du, indem du dich auf dem Amazon-Marktplatz als Verkäufer anmeldest und mit Waren handelst. Mit einer einfachen Anmeldung hast du Zugang zur Seller Central und kannst loslegen, nachdem du dein Profil und deine Steuerinformationen vervollständigt hast. Ein Amazon Seller gilt als Third-Party-Verkäufer.

Als Amazon Vendor kannst du dich nicht einfach so registrieren. Zum Amazon-Vendor-Programm wirst du immer von Amazon direkt eingeladen. Ein Amazon Vendor gilt dann nicht mehr als Händler, sondern als Amazon-Lieferant. Somit bist du ein First-Party-Verkäufer.

Amazon FBA und FBM

Als Amazon Seller bist du grundsätzlich derjenige, der die Waren direkt an den Kunden ausliefert. Du hast neben dieser FBM (Fulfillment by Merchant) Methode aber auch die Möglichkeit, deine Produkte in den Lagern von Amazon zu platzieren und von Amazon ausliefern zu lassen. So kannst du auch als Amazon Seller am Premium-Versand-Programm Amazon Prime teilnehmen: Entweder qualifizierst du dich im Amazon FBM System durch gewisse Kriterien dazu, oder durch die Abwicklung durch Amazon können deine Produkte automatisch mit Amazon Prime ausgeliefert werden.

Hast du den Status des Amazon Vendors inne, giltst du in der Regel als ein direkter Zulieferer für Amazon. Du agierst wie ein Lieferant und nicht mehr wie ein Händler. Du gibst deine Produkte in großen Mengen an Amazon ab und Amazon selbst wickelt alle Verkäufe ab. Ein Amazon Vendor arbeitet also immer nach dem FBA System.

Doch der größte Unterschied an dieser Stelle liegt zwischen Amazon Seller und Amazon Vendor in der Eigentumsbestimmung: Der Amazon Vendor ist Lieferant und gibt seine Waren an Amazon ab, sodass Amazon Eigentümer der Waren ist. Amazon übernimmt die Preisgestaltung und den Verkauf der Ware. Als Amazon Seller mit FBA-System bestimmst du die Preisgestaltung und bist auch weiterhin rechtmäßiger Eigentümer deiner Waren.

Verkaufserfolge für Amazon Vendor und Amazon Seller

Dadurch, dass du als Amazon Seller die Kontrolle über Inventar, Preis und Werbemaßnahmen hast, hast du grundsätzlich höhere Kosten: Du zahlst im FBA-System die Lagerungskosten, du bezahlst die Werbung und hast direkten Kontakt zum Endkunden, was Zeit und somit auch Geld kostet. Du kannst allerdings die Preise selbst festlegen und höhere Margen erzielen. Ob FBA oder FBM: Als Amazon Seller hast du die Kontrolle. Du kannst also gewinnen oder verlieren, wenn man den Seller- und den Vendor-Status vergleicht. Es liegt an dir, und du trägst auch sämtliche Risiken, ob du einen großen Verkaufserfolg erzielst oder nicht.

Weil ein Amazon Vendor Lieferant ist und das Eigentum der Waren an Amazon übergeht, hat Amazon selbst ein besonderes Interesse, deine Waren an den Endkunden abzugeben. Dadurch ergeben sich deutlich mehr Chancen für Werbung – die du aber dennoch selbst bezahlen musst. Außerdem übernimmt Amazon den Versand und kümmert sich auch um Kundenkommunikation und Rückläufer. Dafür erwarten dich harte Preisverhandlungen mit Amazon, denn das Unternehmen möchte natürlich möglichst große Gewinne für sich selbst einstreichen. Dein Verkaufserfolg ist also mit einer großen Masse an Waren in guter Aussicht.

Fazit: Amazon Seller oder Amazon Vendor?

Aus den oben angestellten Vergleichen lässt sich sagen, dass es keine pauschale Antwort darauf gibt, was besser ist: Amazon Seller oder Amazon Vendor sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die sich für dich jeweils dann lohnen, wenn dein Unternehmen auf die eine oder andere Weise ausgerichtet ist.

Etablierte Marken, die bereits einen hohen Absatz haben und sich von Amazon unternehmerische Risiken und den zeitverschleißenden Kundenkontakt abnehmen lassen wollen, profitieren definitiv davon, Amazon Vendor zu werden. Bist du kein großer Hersteller und willst nicht in Abhängigkeit von Amazon geraten, bist du als Amazon Seller gut aufgehoben.